In seiner Sammlung von 14 Geschichten unter dem Titel "Alle
Menschen sind Brüder" behandelt Dražan Gunjaca, mit klaren
Bewusstsein, das Thema des Krieges, indem er zur Verantwortung
nicht nur die Politiker und Machthaber zieht, sondern verteilt
er sie auf die ganze Menschheit.
Jeder von uns, in seiner Wenigkeit, sollte einen Teil der Verantwortung
übernehmen. ("... Obwohl der fünfjährige Krieg vor kurzer
Zeit endete, lebt dieses Land, als ob es keinen Krieg gab. Ein
paar Freunde von mir haben mit Zufriedenheit beschlossen, dass
den Krieg wirklich vorbei sei und dass nichts mehr auf ihn hinweiße...")
"Alle Menschen sind Brüder" ist ein Werk, das zuerst
schwierig scheint, aber je mehr wir in diesen Text hineintauchen,
desto klarer und deutlicher wird der Schlüssel des Textes, indem
er die verschiedenen Ansichten der Situation entdecken lässt,
die nicht nur die Erbschaft von denen die den Krieg erlebt haben
darstellt, sondern von uns alle, die durch Solidarität bewegt
sind.
Der Krieg ist trotzdem nur den Ausgangspunkt für den Autor: mit
der Festigkeit der Logik und kalten und gewissenhaften Entschlossenheit
antwortet er die Fragen, eine nach den anderen, die der moderne
Mensch sich stellen sollte.
So denkt er und erzählt über die Heimatliebe, das tragische Attentat
des 11. Septembers 2001, und über die Kriegsfolgen oder „Kollateralen“,
wie er den Krieg in Afganistan und später in Iraq nennt.
Das alles mit dem Ziel unser Denken zu fördern und uns darauf
hinzuweisen, dass die Krieger während des Krieges als Helder betrachtet
wurden und heute „moderne Aussätzige“, die alle meiden, geworden
sind.
Der Autor steckt das Messer direkt in die Wunde, indem er die
Schwierigkeit des Überlebens nach dem Krieg hervorhebt, und erklärt
wie den Krieg Helder schafft und sie später selbst vernichtet,
wenn er sie nicht mehr braucht...
("... Es ist wirklicht schwer ein gewöhnlicher Mensch während
des Krieges zu sein, und es ist egal wo man sich findet wenn er
aufbricht. Die Geschichte hat nur Interesse für die, die ihr ähnlich
sind, also das sind nicht die gewöhnlichen Menschen."), sagt
der Autor dieses Werkes, das in unserem Gewissen schlägt, und
uns vielleicht traurig, dennoch bewusster und reicher ließt.
Renza Agnelli