Dieser
Roman ist die Fortsetzung von „Der Preis der Heimat", der
wiederum eine Fortsetzung des Romans „Auf halbem Wege zum Himmel"
ist, so dass dies im Grunde der dritte Teil ein und derselben
Geschichte vom Leben vorwiegend gleicher Gestalten in verschiedenen
Zeitperioden in dieser Weltgegend ist. Wie ich schon einmal sagte,
kann der vorhergehende Roman „Der Preis der Heimat" als getrennte
Einheit gesehen werden, so dass es nicht nötig ist den davor geschriebenen
Roman „Auf halbem Wege zum Himmel" zu lesen, der schließlich
bisher auch nicht veröffentlicht wurde. Da aber die Zeitspanne
zwischen diesen beiden ersten Romanen relativ groß ist, so können
sie als selbständige Einheiten betrachtet werden. Der Roman „Liebe
als Strafe" jedoch (in der Arbeitsversion unter dem Titel
„Rückkehr in den Frieden") ist die Fortsetzung des Romans
„Der Preis der Heimat", so dass es wünschenswert wäre ihn
vorher zu lesen.
Mit diesem Roman, dessen Thematik sich auf die Periode von 1995
bis Anfang 1997 bezieht, endet ein Teil unserer Leben, somit auch
das Schreiben darüber; das Schreiben über hiesige kleine, die
sogenannten gewöhnlichen Menschen, in deren Leben sich zwangsweise
die rücksichtslosen, auf jeden Fall aber historischen Ereignisse
widerspiegeln, die sich in den letzten Jahren in diesen Ländern
ereigneten und noch immer ereignen, mit einer ziemlich hohen Dosis
von Ungewissheit hinsichtlich ihres endgültigen Ausgangs.
Dieser Roman beschäftigt sich wie der vorhergehende mit den Schicksalen
kleiner Menschen, während ich die tiefgehehenden, prätentiösen,
philosophischen und andere Überlegungen über die Schicksale von
Völkern in diesen Ländern den anderen überlassen habe, die dies
wie bereits augenscheinlich sehr „erfolgreich" getan haben,
von den einzelnen einheimischen bis zu den zahlreichen internationalen
außergewöhnlich „eingeweihten" Denkern, deren Ideen endlose
blutige Spuren in den Bergen und Tälern der wunderschönen Landschaften
am Balkan hinterließen. Diese Spuren werden lange Zeit noch keine
neuen, saubereren, weniger sauren Regen auswaschen können, wie
die, die in den letzten Jahren gefallen sind. Falls hier irgendwann
solche Regenfälle niedergehen werden! In den letzten Jahren tränkten
sie manchmal diese durstige und überall aufgebrochene Erde, aber
das ist so schwach und gering, dass es hauptsächlich den Staub
aufwirbelt, nicht aber das angehäufte Böse auswaschen kann.
Die Hoffnung stirbt als letzte, wenn von dieser Maxime der Rest
der Welt ausgeht, dann kann ich das auch am Balkan annehmen, dies
kostet letzten Endes gar nichts, außer vielleicht noch einen verlorenen
Traum, den man hier ja doch nicht zählt. Schon seit langem nicht
mehr.
Auf diese Weise möchte ich noch einmal die Frage beantworten,
warum ich das alles geschrieben habe. Unter anderem deswegen,
weil eine Zeit kommt, wenn der Mensch sagen muß, was er sagen
muß - um Mensch zu bleiben.
Dies
ist nicht geschrieben wegen der vielen, die denken, dass es zu
früh sei, über diese Ereignisse zu sprechen (für sie wird es ohnedies
immer zu früh sein), sondern wegen derjenigen, für die dieses
Schreiben noch immer nicht zu spät ist, zum Glück gibt es auch
solche. Aber wie viele? Ich weiß es nicht, das werden wir sehen,
wenn in diesen Gebieten das Rad der Geschichte zurückgedreht wird,
dies wird früher oder später passieren. Ich hoffe nur, dass ich
auch unter den hiesigen Glücklichen sein werde, die das wenigstens
einmal erlebt haben.
Am Ende danke ich allen, die mir die Inspiration für die Gestalten
des Romans gegeben haben, besonders danke ich einer wunderbaren
Frau, einer Freundin, die mit mir ihre Gefühle geteilt hat, wegen
der auch die Gestalt der Tatjana in diesem Roman entstanden ist.
Pula, Januar 2002
Der Autor